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Corona-Test für „Kontaktpersonen“ ohne Symptome

15.12.2020 - Kategorie: Coronavirus
Corona-Test für „Kontaktpersonen“ ohne Symptome

Anfang Dezember ist die neue Coronavirus-Testverordnung (TestV) in Kraft getreten. Wir möchten Sie erneut über den aktuellen Stand der Corona-Testungen im ambulanten Bereich informieren. Neu ist, dass nun auch Personen, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten, aber keine Symptome aufweisen, als sogenannte Kontaktperson Anspruch auf einen Corona-Test haben. Der Gesundheitsfonds trägt in diesen Fällen gemäß der Nationalen Teststrategie die Kosten für den Test. Außerdem sind nach der neuen TestV die Kosten für die Testung von Einreisenden aus Risikogebieten ab dem 16. Dezember 2020 für die Betroffenen nicht mehr kostenfrei.

Wie sieht es in den weiteren Fällen mit der Kostenübernahme aus? Darüber können Sie hier mehr erfahren.

Krankheitssymptome liegen vor

Die Entscheidung, ob ein Corona-Test durchgeführt wird, trifft der behandelnde Arzt – unter Berücksichtigung der Empfehlungen des RKI. Die Patienten erhalten eine Rechnung, die sie zur Erstattung bei ihrer Versicherung einreichen können. Der PCR-Test kostet ca. 147 Euro für die Labordiagnostik und rund 27 Euro zzgl. Hygienepauschale in Höhe von 6,41 Euro für die Abstrichentnahme. Im Fall eines Antigen-Schnelltests können Ärzte für die Labordiagnostik 16,76 Euro berechnen; dazu kommen – wie beim PCR-Test – rund 27 Euro zzgl. Hygienepauschale in Höhe von 6,41 Euro für den Abstrich. Übrigens: Schon bevor das Testergebnis vorliegt, sollten die Betroffenen sich selbst in Quarantäne begeben.

Testungen von Kontaktpersonen ohne Symptome

Personen, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten, aber keine Symptome aufweisen, haben als sogenannte Kontaktperson dennoch Anspruch auf einen Corona-Test zu Lasten des Gesundheitsfonds gemäß der Nationalen Teststrategie.

Die Einordnung als Kontaktperson sowie die Verordnung und Durchführung des Tests erfolgt über den behandelnden Arzt einer mit dem Coronavirus infizierten Person oder das Gesundheitsamt.

Corona-Warn-App meldet „erhöhtes Risiko"

Meldet die Corona-Warn-App eine mögliche Risikobegegnung, erhalten die Nutzer den Hinweis, die Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzustimmen. In der Regel wird ein Test dann – auch bei Privatpatienten – über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet und aus dem Gesundheitsfonds der Gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Nach der zum 2. Dezember 2020 in Kraft getretenen TestV können nunmehr alle Arztpraxen die Testung von asymptomatischen Patienten nach der TestV beauftragen. In jedem Fall erhalten alle Patienten ein Formular mit einem QR-Code, mit dem die Versicherten das Testergebnis über die Corona-Warn-App abrufen können. Verwendet die Hausarztpraxis das Formular ausnahmsweise nicht, können die Versicherten die für die Corona-App benötigte TAN auch über die hierfür eingerichtete Hotline erfragen.

Einrichtungen, in denen Infektion aufgetreten sind

Zum Schutz von Gruppen mit besonders hohem Risiko bestehen spezifische Regelungen. Sie gelten für Krankenhäuser, Pflegeheime und Pflegedienste, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Dialyse- oder Rehabilitationseinrichtungen, ambulante Operationszentren, Arzt- und Zahnarztpraxen sowie neuerdings auch in Tageskliniken bzw. bei Rettungs-diensten. Wurde in diesen Einrichtungen in den letzten zehn Tagen eine Corona-Infektion festgestellt, dürfen sich Mitarbeiter, Patienten, Bewohner sowie Besucher kostenlos testen lassen, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

Auch vor dem Besuch von Angehörigen im Krankenhaus und Pflegeheim können die Einrichtungen die Besucher in Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde unmittelbar vor dem Besuch mit einem PoC-Antigen-Test kostenlos auf eine Infektion testen.

Reiserückkehrer

Nach der neuen TestV ist die Testung von Einreisenden aus Risikogebieten ab dem 16. Dezember 2020 nicht mehr kostenfrei. Rückkehrer aus innerdeutschen Risikogebieten haben bereits mit dem Inkrafttreten der TestV am 2. Dezember 2020 keinen Anspruch mehr auf einen Corona-Test.

Arbeitgeber veranlasst Corona-Testung

Veranlasst Ihr Arbeitgeber in ihrem Eigeninteresse (z.B. Arbeitsschutz) die Testung, so hat er auch für die Kosten aufzukommen. Eine Pflicht zur Kostentragung der PKV ist nicht gegeben.

Sonderregelungen sieht die Nationale Teststrategie für das Personal von Gesundheitseinrichtungen vor. Sie können sich bei erhöhtem Infektionsgeschehen (z. B. 7-Tage-Inzidenz > 50/100.000) in Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde auch vorsorglich regelmäßig kostenlos testen lassen. Das gilt für folgende Einrichtungen:

  • Krankenhäuser
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • stationäre Pflegeeinrichtungen
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen
  • Einrichtungen für ambulante Operationen
  • Dialysezentren
  • ambulante Pflege
  • Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Praxen anderer medizinischer Heilberufe

Wunschleistung des Versicherten

Wird eine Testung auf Wunsch des Versicherten aus anderen Gründen, z. B. vor oder nach einer Reise in ein Nicht-Risikogebiet, durchgeführt, handelt es sich um eine Wunsch- oder Verlangensleistung im Sinne von § 1 Abs. 2 Satz 2 GOÄ. Es ist kein Versicherungsfall der PKV gegeben. Eine Ausnahme hiervon gilt für alle Einwohner Bayerns. Sie können sich seit dem 1. Juli 2020 auf Kosten des Freistaats von Vertragsärzten testen lassen. Dies gilt unabhängig vom Versichertenstatus und bezieht privat Krankenversicherte ein, die Vorlage einer Versichertenkarte ist nicht erforderlich. Die Abrechnung erfolgt unter Nutzung der Infrastruktur der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, mit der das Bayerische Gesundheitsministerium Vereinbarungen zur Kostenübernahme und Abrechnung getroffen hat.

Kontakt

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