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Corona-Test - wer trägt die Kosten?

20.08.2020 - Kategorie: Zahlen - Daten - Fakten
Corona-Test - wer trägt die Kosten?

Das Coronavirus bleibt eine Herausforderung für uns alle: Der aktuelle Anstieg der Infektionszahlen ermahnt uns, weiterhin achtsam zu bleiben. Ein Grund für die steigenden Fallzahlen wird bei den Rückkehrern aus Urlaubs- bzw. Risikogebieten vermutet. Deshalb kann sich jeder, der aus dem Ausland nach Deutschland einreist, innerhalb von 72 Stunden kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Einreisende aus Risikogebieten sind seit dem 8. August 2020 sogar zum Test verpflichtet. Reiserückkehrer können unter der ärztlichen Servicenummer 116 117 erfragen, wo an welchem genauen Ort Teststellen vorhanden sind.

Die Kosten dafür werden seit dem 1. August vom Bund übernommen. Wird ein Test durch den öffentlichen Gesundheitsdienst der Länder durchgeführt, tragen die Länder einen Teil der Kosten selbst.

Wenn Krankheitssymptome vorliegen oder ein „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App angezeigt wird, ist die Kostenübernahme wie folgt geregelt:

Vorliegen von Krankheitssymptomen

Wird ein Test ärztlich angeordnet, weil zum Beispiel typische Krankheitssymptome bestehen, handelt es sich um einen Versicherungsfall der PKV. Die privatversicherten Patienten erhalten eine Rechnung, die sie zur Erstattung bei ihrer Versicherung einreichen können. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Rechnen diese zum Regelsatz ab, kostet der Test ca. 147 Euro für die Labordiagnostik und rund 27 Euro für die Abstrichentnahme.

Meldung „erhöhtes Risiko" durch Corona-Warn-App

Meldet die Corona-Warn-App eine mögliche Risikobegegnung, erhalten die Nutzer den Hinweis, die Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren und dort das weitere Vorgehen abzustimmen. Die Abrechnung und die Kostentragung von Testungen unterscheidet sich danach, wer die Testungen beauftragt bzw. durchführt:

  • Testbeauftragung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD): Wird der Test vom ÖGD durchgeführt oder beauftragt (bei Vertragsärzten), handelt es sich um einen Test nach der „Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ (Testverordnung), auf den auch privatversicherte Personen Anspruch haben. Die Kosten werden vom ÖGD übernommen und aus dem Gesundheitsfonds bezahlt.
  • Testbeauftragung durch die Arztpraxis: Wenden sich die Versicherten an ihre Hausarztpraxis und veranlasst diese den Corona-Test, kann dies als Abklärung eines Verdachts im Einzelfall bewertet werden. Ein Versicherungsfall der PKV kann somit angenommen werden. Eine Abrechnung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie der Labordiagnostik nach GOÄ ist zulässig.

Reiserückkehrer

Tests für Reiserückkehrer erfolgen nach der Testverordnung. Darauf haben gesetzlich und privatversicherte Personen gleichermaßen Anspruch. Die Kosten für den Test werden seit dem 1. August vom Bund übernommen.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten: Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind ab dem 8. August 2020 bei ihrer Einreise nach Deutschland verpflichtet, einen Corona-Test machen zu lassen. Alternativ können die Einreisenden ein negatives Testergebnis vorlegen, das nicht älter als 48 Stunden sein darf. Solange kein negatives Testergebnis vorliegt, müssen sich Einreisende aus Risikogebieten in Quarantäne begeben.

Reiserückkehrer aus anderen Gebieten: Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten können sich binnen 72 Stunden kostenfrei auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen lassen.

Weitere Testungen durch den ÖGD gemäß Rechtsverordnung

Nach der Rechtsverordnung kann der ÖGD weitere Testungen anordnen, durchführen oder beauftragen. In diesen Fällen liegt kein Versicherungsfall der PKV vor. Für die Veranlassung der Testung ist das ÖGD-Formular zu verwenden. Die Kostenübernahme erfolgt über den Gesundheitsfonds.

Arbeitgeber veranlasst Corona-Testung

Veranlassung durch Dritte: Veranlassen Dritte in ihrem Eigeninteresse (z.B. Arbeitsschutz) die Testung von Versicherten, z.B. Arbeitgeber in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, so haben sie auch für die Kosten aufzukommen. Eine Pflicht zur Kostentragung der PKV ist nicht gegeben.

Wunschleistung des Versicherten

Wird eine Testung auf Wunsch des Versicherten aus anderen Gründen, z. B. vor einer Reise, durchgeführt, handelt es sich um eine Wunsch- oder Verlangensleistung im Sinne von § 1 Abs. 2 Satz 2 GOÄ. Es ist kein Versicherungsfall der PKV gegeben. Eine Ausnahme hiervon gilt für alle Einwohner Bayerns. Sie können sich seit dem 1. Juli 2020 auf Kosten des Freistaats von Vertragsärzten testen lassen. Dies gilt unabhängig vom Versichertenstatus und bezieht privat Krankenversicherte ein, die Vorlage einer Versichertenkarte ist nicht erforderlich. Die Abrechnung erfolgt unter Nutzung der Infrastruktur der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, mit der das Bayerische Gesundheitsministerium Vereinbarungen zur Kostenübernahme und Abrechnung getroffen hat.

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