Corona-Virus: Testpflicht und Kostenübernahme haben sich geändert

11.09.2020 - Kategorie: Zahlen - Daten - Fakten
Corona-Virus: Testpflicht und Kostenübernahme haben sich geändert


Die Bundesregierung hat die Nationale Teststrategie angepasst. Nach der Hauptreisezeit sollen die Testkapazitäten verstärkt für gefährdete Bereiche - beispielsweise Pflegeheime und Krankenhäuser – fokussiert werden, um Pfleger und Gepflegte sowie ärztliches Personal noch stärker zu schützen.

Dadurch ergeben sich Änderungen für die Testpflicht und Kostenübernahme. Wie lauten die aktuellen Regelungen?

Vorliegen von Krankheitssymptomen

Wird ein Test ärztlich angeordnet, weil zum Beispiel typische Krankheitssymptome bestehen, handelt es sich um einen Versicherungsfall der PKV. Die privatversicherten Patienten erhalten eine Rechnung, die sie zur Erstattung bei ihrer Versicherung einreichen können. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Rechnen diese zum Regelsatz ab, kostet der Test ca. 147 Euro für die Labordiagnostik und rund 27 Euro für die Abstrichentnahme bei Ihrem Arzt.

Corona-Warn-App meldet „erhöhtes Risiko"

Meldet die Corona-Warn-App eine mögliche Risikobegegnung, erhalten die Nutzer den Hinweis, die Hausarztpraxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt zu kontaktieren und dort das weitere Vorgehen abzustimmen. Die Abrechnung und die Kostentragung von Testungen unterscheidet sich danach, wer die Testungen beauftragt bzw. durchführt:

  • Testbeauftragung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD): Wird der Test vom ÖGD durchgeführt oder beauftragt (bei Vertragsärzten), handelt es sich um einen Test nach der „Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ (Testverordnung), auf den auch privatversicherte Personen Anspruch haben. Die Kosten werden vom ÖGD übernommen und aus dem Gesundheitsfonds bezahlt.
  • Testbeauftragung durch die Arztpraxis: Wenden sich die Versicherten an ihre Hausarztpraxis und veranlasst diese den Corona-Test, kann dies als Abklärung eines Verdachts im Einzelfall bewertet werden. Ein Versicherungsfall der PKV kann somit angenommen werden. Eine Abrechnung der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sowie der Labordiagnostik nach GOÄ ist zulässig.

Reiserückkehrer

Wer aus einem Risikogebiet in ein EU-Land einreist, muss sich nach seiner Einreise zum aktuellen Zeitpunkt mindestens zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Ein negatives Testergebnis könnte die Quarantänezeit verkürzen.

Hinweis: Das Bundesgesundheitsministerium wird die Frage, wer die Kosten der Corona-Tests trägt, noch einmal prüfen. Zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) wird es Studien und Erkenntnisse zur Dauer der Quarantäne auswerten. Außerdem streben Bund und Länder eine Rechtsänderung an: Eine Entschädigung für den Einkommensausfall bei Quarantäne soll dann nicht mehr gewährt werden, wenn eine Reise vermeidbar gewesen wäre und das Ziel vorab als Risikogebiet ausgewiesen war.

Weitere Informationen zur Testpflicht finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.

Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten:

Kehren Sie aus einem Nicht-Risikogebiet nach Deutschland zurück, können Sie sich bis zum 15. September binnen 72 Stunden nach der Einreise kostenfrei auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen lassen. Nach dem 15. September ist (mit Ausnahme von Bayern) keine kostenlose Testung von Reisenden mehr vorgesehen, wenn sie aus einem Nicht-Risikogebiet zurückkommen. In diesem Fall löst die freiwillige Testung keinen Versicherungsfall in der PKV aus. Eine Kostenerstattung entsprechender Rechnungen ist somit nicht möglich.

Arbeitgeber veranlasst Corona-Testung

Veranlassung durch Dritte: Veranlassen Dritte in ihrem Eigeninteresse (z.B. Arbeitsschutz) die Testung von Versicherten, z.B. Arbeitgeber in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, so haben sie auch für die Kosten aufzukommen. Eine Pflicht zur Kostentragung der PKV ist nicht gegeben.

Wunschleistung des Versicherten

Wird eine Testung auf Wunsch des Versicherten aus anderen Gründen, z. B. vor einer Reise, durchgeführt, handelt es sich um eine Wunsch- oder Verlangensleistung im Sinne von § 1 Abs. 2 Satz 2 GOÄ. Es ist kein Versicherungsfall der PKV gegeben. Eine Sonderregelung gilt für alle Einwohner Bayerns. Sie können sich seit dem 1. Juli 2020 auf Kosten des Freistaats von Vertragsärzten testen lassen. Dies gilt unabhängig vom Versichertenstatus und bezieht privat Krankenversicherte ein, die Vorlage einer Versichertenkarte ist nicht erforderlich. Die Abrechnung erfolgt unter Nutzung der Infrastruktur der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, mit der das Bayerische Gesundheitsministerium Vereinbarungen zur Kostenübernahme und Abrechnung getroffen hat.

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