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Corona-Impfungen: Was Privatversicherte jetzt wissen müssen

29.12.2020 - Kategorie: Coronavirus
Corona-Impfungen: Was Privatversicherte jetzt wissen müssen

Start der Corona-Impfung: Was Privatversicherte jetzt wissen müssen

Die Corona-Schutzimpfungen sind nun in Deutschland gestartet.

Mit dem Start stellt sich die Frage, wer Anspruch darauf hat und in welcher Reihenfolge geimpft wird. Die wichtigsten Antworten und viele relevante Fakten für Privatversicherte haben wir hier kurz und bündig auf den Punkt gebracht.

Wer hat Anspruch auf die Corona-Impfung?

Die Impfung gegen das Coronavirus ist freiwillig. Nach der Coronavirus-Impfverordnung haben alle Menschen einen Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2, die in Deutschland in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder der Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert sind, oder die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben. Für den aktuell zugelassenen Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech gibt es ein Mindestalter von 16 Jahren.

Nach welcher Reihenfolge wird geimpft?

Zu Beginn der Corona-Impfungen werden die Impfdosen noch nicht ausreichen, um sofort alle Menschen zu impfen, die das wünschen. Deshalb hat das Bundesgesundheitsministerium auf Basis der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) in der Impfverordnung (CoronaImpfV) die Reihenfolge der Impfungen festgelegt. Sie hat das Ziel, die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe und Sterbefälle möglichst schnell zu reduzieren. Vorrang haben daher zunächst die sogenannten Risikogruppen. Ihre Priorisierung erfolgt nach drei Kategorien:

Erste Kategorie: Höchste Priorität

  • Über 80-Jährige
  • Bewohner und Pflegekräfte von Alters- und Pflegeheimen
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und Rettungsdiensten, sowie in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), in SARS-CoV-2-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (v.a. Hämato-Onkologie und Transplantationsmedizin).

Zweite Kategorie: Hohe Priorität

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung, oder nach einer Organtransplantation
  • Enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten- Pflegeheimen und Heimen für geistig Behinderte
  • Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind

Dritte Kategorie: Erhöhte Priorität

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, im Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Erzieher und Lehrer
  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Welchen Nachweis müssen Sie für die Corona-Impfung vorlegen?

Wenn Sie zu den drei Personengruppen mit einem bevorzugten Anspruch auf die Corona-Impfung gehören, müssen Sie diesen Anspruch vor der Schutzimpfung im Impfzentrum oder gegenüber dem mobilen Impfteam nachweisen. Als Nachweis gelten laut Impfverordnung folgende Dokumente:

  • Der Personalausweis oder ein anderer Lichtbildausweis.
  • Für Bewohner von Pflege- und anderen Einrichtungen legen die Einrichtungen bzw. Unternehmen eine Bescheinigung vor.
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen erhalten ein ärztliches Zeugnis.
  • Kontaktpersonen benötigen eine entsprechende Bestätigung der betreuten Person.

Das ärztliche Attest zum Nachweis einer chronischen Erkrankung erhalten Sie in der Praxis Ihres Haus- oder Facharztes. In der Regel liegen Ihrem Arzt alle erforderlichen Patientendaten vor, sodass Sie das Attest auch telefonisch anfordern können: Die Arztpraxis kann Ihnen den Nachweis dann per Post zusenden.

Wer wird Ihre Corona-Impfung durchführen?

In der ersten Phase erhalten Sie die Impfung nur in den ausgewiesenen Impfzentren sowie von den angebundenen mobilen Impfteams, die zum Beispiel Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sowie das Personal vor Ort impfen. Insgesamt 440 Impfzentren soll es Deutschlandweit geben. Für die Organisation und den Betrieb sind die Bundesländer zuständig.

In den Impfzentren sind Ärzte und medizinisches Assistenzpersonal tätig. Die Zuständigkeiten des Personals sind dabei klar geregelt: Während die Impfaufklärung zwingend von Ärzten vorgenommen werden muss, kann die Impfung selbst auch an medizinisches Assistenzpersonal delegiert werden. Der Betrieb eines Impfzentrums ist eine logostische Herausforderung. Zur Unterstützung können die Impfzentren daher Hilfsorganisationen, die Bundeswehr oder Logistikunternehmen in den Betrieb einbinden.

Wie erhalten Sie Ihren Impf-Termin?

Die Terminvergabe hängt von Ihrem Wohnort ab, denn Ihr Bundesland ist für die Organisation der Impfung, die Information der Impfberechtigten sowie die Vergabe der Impftermine zuständig. In den einzelnen Ländern ist das Verfahren teilweise unterschiedlich geregelt, in vielen Fällen werden kommunale Behörden tätig. Standardisierte bundeseinheitliche Abläufe zur Terminvergabe sind aktuell nicht vorgesehen. Weitere Informationen zu den spezifischen Regeln finden Sie auf den Internetseiten der Bundesländer:

Einen hilfreichen Überblick zur Schutzimpfung gegen das Coronavirus finden Sie auf der Website des Patientenservice „116 117": www.116117.de

Ist eine zweimalige Impfung notwendig?

Für eine vollständige Immunisierung sind mit dem Biontech-Impfstoff zwei Impfstoffdosen im Abstand von 21 Tagen notwendig. Dabei soll für die zweite Impfung der gleiche Impfstoff verwendet werden, auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen sind.

Nach der Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums hat diese zweite Impfung bei Personen, die bereits eine erste Schutzimpfung erhalten haben, Vorrang vor dem Beginn der Schutzimpfung weiterer Personen.

Wer übernimmt die Kosten für die Corona-Impfungen?

Für die Impfung müssen Sie nicht bezahlen. Sie ist für die Bevölkerung kostenlos – unabhängig vom Versicherungsstatus. Der Bund beschafft, verteilt und finanziert alle Impfstoffe, die in Deutschland zum Einsatz kommen. Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren tragen die Bundesländer. Die Gesetzliche Krankenversicherung und die Private Krankenversicherung beteiligen sich an diesen Kosten entsprechend ihres Versichertenanteils. Darunter fallen neben den Sach- und Personalkosten für die Errichtung, Vorhaltung und den laufenden Betrieb von Impfzentren einschließlich der mobilen Impfteams auch die Kosten der für die Terminvergabe durch die Länder oder durch beauftragte Dritte betriebenen Callcenter.

Wenn in der zweiten Phase dann auch in den Arztpraxen geimpft werden kann, übernehmen wie üblich gesetzliche und private Krankenversicherung die Kosten der ärztlichen Leistung.

Bei der Ausstellung Ihres ärztlichen Attests als Nachweis für Ihren bevorzugten Anspruch auf die Corona-Impfung erhält die Arztpraxis als Vergütung pauschal 5 Euro – sowie weitere 90 Cent, wenn Ihnen der Nachweis nach einem Telefonat per Post zugesendet wird. Das gilt für Privatversicherte und gesetzlich Versicherte gleichermaßen. Die Arztpraxen rechnen diese Leistung mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Die Kosten werden vom Bundesamt für soziale Sicherung erstattet. Eine Abrechnung der ärztlichen Zeugnisse nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist nach der Impfverordnung nicht möglich.

Kontakt

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